Über Kenia

Kenia war einmal eines der wirtschaftlich stärksten Länder Afrikas. Die instabile politische Situation der letzten 40 Jahre, die Korruption und die schweren Dürreperioden haben das Land jedoch stark geschwächt.

Zudem kam es in den letzten Jahren immer häufiger zu Anschlägen durch die terroristische Organisation Al-Shabaab. Dadurch geht auch der Tourismus als wichtige Einnahmequelle zurück. Auch Konflikte zwischen den politischen Parteien und den ethnischen Gruppen schwächen das Land.

Die Armut wächst. Nach Angaben der Weltbank leben über 40 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Diese Definition bezieht sich neben der materiellen Armut auch auf den Zugang zu medizinischer Versorgung, Schule, Teilhabe am Leben, usw.

Knapp 6% der erwachsenen Bevölkerung sind mit HIV infiziert (UNAIDS, 2016), wobei dies regional unterschiedlich ist und die Dunkelziffer wesentlich höher liegen kann. Besonders von HIV betroffen sind Kinder und Frauen. Oft haben sie keine andere Wahl als auf der Straße zu leben und um ihre Existenz zu kämpfen. Nach Angaben von UNICEF gibt es mehr als 2 Millionen Waisenkinder, ein Grossteil von ihnen sind AIDS Waisen.

Wirtschaft

Kenias Bruttosozialprodukt ist in den letzten Jahrzehnten im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten überdurchschnittlich gewachsen. Da auch das Bevölkerungswachstum überdurchschnittlich war, hat sich dies nicht in einer wesentlichen Verbesserung der Lebensverhältnisse der meisten Kenianer niedergeschlagen.

Weit mehr als die Hälfte der Kenianer leben von der Landwirtschaft, doch sind nur etwa 20% der Fläche des Landes nutzbar. Der Rest ist wegen karger Böden oder zu geringen Niederschlägen meist Brach- oder Bergland. Angebaut werden neben Kaffee und Tee auch Sisal und Pyrethrum, das als Basis vieler Insektenbekämpfungsmittel dient.

Daneben erzeugen die Menschen hauptsächlich für den Eigenbedarf Mais, Weizen, Gerste, Zuckerrohr, Bohnen, Bananen, Reis, Ananas und Baumwolle. In der Viehwirtschaft sind die Mast- und Milchrinder vorherrschend.

Blick vom Dach des Baobab Hauses über Mikindani

Politische Lage

Kenia ist seit dem 12.Dezember 1963 unabhängig mit Jomo Kenyatta als ersten Präsidenten. Seit 2013 ist sein Sohn, Uhuru Muigai Kenyatta Präsident. Die Wahlen verliefen weitgehend friedlich.

Nach den Wahlen 2007/2008 kam es zu mehrmonatigen bürgerkriegsähnlichen Zuständen, nachdem der Wahlsieg von Mwai Kibaki von seinem Opponenten Raila Odinga angezweifelt wurde. Hierbei wurden über 1000 Menschen getötet und 600.000 Kenianer zu Flüchtlingen.

Kenia ist weiterhin eines der korruptesten Länder und wurde 2017 von der NGO Transparency International auf Rang 143 von 180 gelistet.

Seit Einsätzen des kenianischen Militärs in Somalia kommt es vermehrt zu Terror-Anschlägen der Al-Shabaab Milizen in Kenia

Situation von Kindern und Frauen

Kenia hat ca. 49 Millionen Einwohner, nach Angaben von UNICEF sind über 60% jünger als 24 Jahre. Viele dieser Kinder und Jugendlichen sind unterernährt, krank, gehen weder zur Schule oder haben einen Ausbildungsplatz, noch haben sie später eine Chance auf einen Beruf.

Das kenianische „Jugendamt“ geht davon aus, dass 40% der Kinder keine Eltern haben, oder die Eltern das Kind vernachlässigen, oder sie verarmt sind und so diese Kinder nicht zur Schule können, betteln müssen, oder in schlechte Gesellschaft geraten.

Frauen haben oft die alleinige Verantwortung für die Familie, so sind 6 von 10 Frauen, wenn sie 45 Jahre alt sind alleinerziehend. Gleichzeitig werden 3 von 10 Mädchen schwanger, bevor sie volljährig sind (vgl. Daily Nation vom 17.08.2013)

In einigen Ethnien benachteiligt zudem das Erbrecht Frauen massiv, so gehört das Land der Familie dem Mann und bei seinem Tod seinen Brüdern. Dadurch verlieren viele Frauen ihr zu Hause. Sie müssen sich dann oft in Slums der großen Städte durchschlagen. 2014 hat das kenianische Parlament Polygamie legalisiert.

Essenspakete des Baobab HIV & Care Programms

HIV und AIDS

HIV und Aids sind ein weltweites Problem, auch in Kenia. Vielerorts ist die Krankheit immer noch stark tabuisiert, sodass Aufklärungsarbeit besonders wichtig, aber auch erschwert ist. Gerade Frauen und Mädchen haben, bedingt durch biologische sowie wirtschaftliche, soziale und kulturelle Faktoren, ein besonders hohes Ansteckungsrisiko.

Nach Angaben von UNAIDS, wurden 2016 mehr als 60,000 neue HIV Ansteckungen in Kenia gemeldet und etwa 5,4% der 15-49 jährigen sind mit dem HI-Virus infiziert. In der Region Homa Bay, wo sich das Baobab Childrens Village befindet, wurden 2013 die meisten Neuinfektionen gemeldet.

Vor allem in den städtischen Gebieten stehen den Menschen in Kenia inzwischen kostenfreie HIV-Tests, die in Medizinstationen durchgeführt werden, zur Verfügung. Auch die ARVs, die Medikamente, die bei HIV zunächst verordnet werden, sind kostenfrei. Allerdings ist bei deren Einnahme eine ausgewogene und ausreichende Ernährung notwendig, da sonst starke Nebenwirkungen auftreten. Auch diese können sich nicht alle leisten.

Das kenianische Schulsystem

Das Schulsystem ist in  8 Jahre in die Grundschule, 4 Jahre Gymnasium und 4 Jahre Hochschule gegliedert. Der Unterricht findet ab der ersten Klasse auf Englisch statt.

Vorschulerziehung

Kindergärten und Vorschulerziehung (Preschool Education) sind kostenpflichtig, aber sehr wichtig für die Kinder, da hier Englisch unterrichtet wird.

Achtjährige Grundschule

Seit 2003 wurde das Schulgeld für Grundschulen abgeschafft. Die öffentlichen Schulen sind aber oft überlaufen und die Lehrer streiten häufig, da sie schlecht bezahlt sind. Zudem ist die Teilnahme am Nachhilfeunterricht, der nachmittags stattfindet, zwingend notwendig, um dem Unterricht folgen zu können. Diese Stunden sind kostenpflichtig.

Weiterführende Schulen

Weiterführende Schulen (Klasse 9 -12) entsprechen den Gesamtschulen und sind kostenpflichtig. Es gibt aber nicht ausreichend weiterführende Schulen, sodass nur die besten Schüler eine Chance auf Weiterbildung haben.Aufgrund der Kosten bleiben diese Schulen für große Teile der Bevölkerung unzugänglich. Tendenzen zeigen jedoch, dass immer mehr Ausbildungsbetriebe den Abschluss einer weiterführenden Schule verlangen, sodass viele Familien gezwungen werden sich zu verschulden um ihre Kinder diese Bildung zu ermöglichen.Viele der weiterführenden Schulen (Secondary Schools) befinden sich auf dem Land und sind gleichzeitig Internate.

Berufsausbildung

Eine Berufsausbildung, wie sie in Deutschland etwa nach dem Dualen System oder in Berufsfachschulen flächendeckend bekannt ist, existiert in Kenia nicht. Entweder erfolgt eine Art Ausbildung im Betrieb (In-Service-Training) oder an einer in den Städten zahlreichen privaten Instituten.  Alle diese Ausbildungen sind sehr kostenintensiv.

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